BERLINER PORTRÄT GALERIE - GEBURTSHELFER DER LITERATUR FOLGE 5: ERNST ROWOHLT
„Wer die Versuchung nicht kennt, ein Buch zu klauen, der verdient auch keine Freiexemplare.“
Ernst Rowohlts Liebe zur Literatur zeigt sich auf heitere Weise in diesen seinen Worten. 1908 gründete er in Leipzig den ersten Verlag und gab ihm seinen Namen. Bis heute klingt er uns unvermindert in den Ohren und begegnet uns in jeder Buchhandlung in Hülle und Fülle.
Nach Differenzen mit seinem stillen Teilhaber Kurt Wolff trennten sich die beiden, Wolff übernahm, und Ernst Rowohlt rief 1919 – jetzt in Berlin – den zweiten Verlag ins Leben. Honore de Balzac, Giacomo Casanova, Joachim Ringelnatz, Hans Fallada und etliche mehr prägten nun das Gesicht des Verlags. Ebenso amerikanische Autoren wie Sinclair Lewis oder Ernest Hemingway.
1938 folgte unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ein Berufsverbot, man warf Rowohlt vor, jüdische Schriftsteller zu tarnen. 1939 ging er mit seiner Familie ins brasilianische Exil.
1945 dann die dritte Verlagsgründung, jetzt in Stuttgart. 1950 folgte der Umzug nach Hamburg, 1960 nach Reinbek. Nach Ernst Rowohlts Tod übernahm der Sohn, Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, der das Haus bis 1982 führte. Heute gehört der Verlag zur Holtzbrinck-Gruppe.
Was für eine lange und wechselhafte Geschichte! Was für großartige Namen verbinden wir mit diesem Verlag: Albert Camus, Wolfgang Borchert, Erich Kästner, Simone de Beauvoire, um nur wenige zu nennen. Was für eine bahnbrechende Errungenschaft, die für 50 Reichspfennige zu kaufenden Rowohlt Rotations Romane – rororo!
Ein Verlag, der bis in unser Heute reicht, anknüpfend an eine aufregende und bedeutsame Geschichte.
