BERLINER PORTRÄT GALERIE - GEBURTSHELFER DER LITERATUR FOLGE 3: EXILVERLAGE
Irmgard Keun, Oskar Maria Graf, Max Brod, Ödön von Horvath, Lion Feuchtwanger, Annette Kolb, die Gebrüder Mann oder Ferdinand Bruckner, Gründer des Renaissance Theaters und Namensgeber des Bruckner-Foyers, für alle Genannten – und die Namenskette ließe sich um viele Glieder erweitern – stellten die Exilverlage die künstlerische Rettung dar.
Nicht nur ihres Landes, sondern auch ihrer Muttersprache beraubt, verhalfen sie, während der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten, geflüchteten und verbotenen Autoren dazu, ihre Bücher zu veröffentlichen und somit wahrgenommen zu werden.
Die niederländischen Verlage Querido und Allert de Lange, vielleicht die bekanntesten Exilverlage, gründeten deutschsprachige Abteilungen.
Aber auch der heute fast vergessene Verleger Erich Reiss etwa schuf in der Schweiz eine Plattform für verfemte Literaten.
Ebenso trugen Zeitschriften wie „Das Wort“ in Moskau, Klaus Manns „Die Sammlung“ bei Querido oder „Das neue Tagebuch“ in Paris zeitweise entscheidend dazu bei, dass großartige Schriftsteller und Schriftstellerinnen nicht gänzlich verstummen mussten.
Mut. Überzeugung. Tatkraft. Damals ebenso elementar wichtig wie heute.
