DIE SPIELZEIT 2012 / 2013

Die erste Premiere der neuen Spielzeit 2012/ 2013, stand am 11. Oktober 2011 auf unserem Spielplan. In EIN BISSCHEN RUHE VOR DEM STURM von Theresia Walser warten drei Schauspieler auf ihren Auftritt in einer Talkshow: Der berühmte Franz Prächtel und der prominente Peter Söst sind beide durch ihre Darstellung Hitlers bekannt geworden. Ulli Lerch hingegen hat „nur“ den Goebbels gespielt. Und genau deswegen sind sie auch eingeladen: Sie sollen als Spezialisten für das Rollenfach „Nazigröße“ darüber sprechen, wie es ist, den Diktator zu mimen. Weil der Moderator noch nicht da ist, fangen sie an zu plaudern, über ihr Metier, verhaßte Regisseure, unfähige Kollegen und über ihre Figuren und die Darstellbarkeit des Bösen. Prahlerisch, eitel und egomanisch erörtern diese drei grandiosen Selbstdarsteller, wer denn wohl der beste Hitler war…

Die Autorin Theresia Walser, Tochter von Martin Walser, verbindet in ihrem Stück absurden Sprachwitz mit entlarvender Betroffenheitsprosa zu einem prallen, herzhaft-komischen Ganzen. Am Ende steht die Frage, über wen man denn jetzt eigentlich gelacht hat: Die selbstverliebten Schauspieler? Die Nazis? Das Theater?

Die Berichterstattung der Presse über unsere Aufführung war sehr positiv: "... Gudzuhn und Gallinowski kommen erstklassig zurecht. Ihre Häme, ihr Groll, ihr Hochmut sind ein Genuß. Einen starken Zugriff gönnt sich die Regie bei der großen Tirade, die Gudzuhn so pfundig hinlegt. Das Publikum im Renaissance Theater applaudiert diesen Attacken auf das Regie-Theater nur zu gerne und dankbar; es scheint gar nicht zu bemerken, wie dieser Hitler-Darsteller seinen Schwall von Haß  und Unverständnis ins Demagogische steigert, selbst wenn er "Prinz von Homburg" deklamiert - mit verdächtig erhobenem Arm. Diesem Prächtel, das behauptet er ja selbstgefällig, ist Beifall nur lästig. So gesehen, muß den Dreien gestern Abend am Ende der Riesen-Applaus sehr sehr ärgerlich gewesen sein," formuliert Peter Hans Göpfert im  rbb Kulturradio.  Ebenso erfreut meint Irene Bazinger in der Berliner Zeitung: "Dieser bizarre Hahnenkampf ist amüsant wie geistreich und äußerst unterhaltsam anzusehen. Die Herren in schwarzen Anzügen sitzen wie Donnergötter in ihren Drehstühlen, zanken und zetern, keifen und kneifen, poltern und prahlen. Ja, und dürfen wir über Hitler oder Goebbels lachen? Am Schluß weiß das Publikum auch nicht mehr als die Darsteller, höchstens dies: Wenn’s so lustig ist wie hier – nur zu!" 

Gerade vier Wochen nach EIN BISSCHEN RUHE VOR DEM STURM folgte unsere nächste Premiere am 6. November 2012. Unter der Regie von Antoine Uitdehaag, auf einer Bühne von Momme Röhrbein und in Kostümen von Erika Landertinger kam DER VORNAME als Bühnenerstling der französischen Autoren Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patèlliere, mit Peter Kremer, Martin Lindow, Roberto Guerra, Anika Mauer und Nadine Schori auf die Bühne.

Ein gemütlicher Abend soll es werden bei dem Literaturprofessor Pierre Garaud und seiner Ehefrau Elisabeth. Nur Freunde und Familie sind zu Gast: Elisabeths Bruder Vincent mit seiner schwangeren Frau Anna, dazu Claude Gatignol, Posaunist im Rundfunkorchester und Freund seit Kindertagen. Für Vincent, einen begnadeten Selbstdarsteller, ist die Runde zu friedlich. Um für „Stimmung“ zu sorgen, enthüllt er den fassungslosen Freunden den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes: Adolphe. Die Debatte um die Frage, ob man sein Kind nach Hitler benennen darf, ist nur eine der hitzigen Diskussionen dieses Abends, denn Pierre und Vincent sind nun in der Laune, sich endlich einmal ein paar Wahrheiten zu sagen, die man im Interesse eines gedeihlichen Zusammenlebens besser verschweigen sollte. Mit Lust und Niveau werden Wortgefechte ausgetragen - doch die Contenance verlieren die Alphatiere erst, als Elisabeths und Vincents Mutter Francoise in einer Weise ins Spiel kommt, die sich niemand hat träumen lassen ...

Wortwitz und Dialoge in der besten Tradition der französischen kritischen Gesellschaftskomödie treiben atemlos eine Handlung voran, die bei aller Komik und Pointensicherheit auch manchen Blick in die Abgründe der Figuren erlaubt.

Mit einer Gesamtbewertung von fünf „K“ (mehr geht nicht) lobt im rbb Kulturradio Peter Hans Göpfert unsere Produktion: "So verrückt wie komisch hat Antoine Uitdehaag  diese Komödie mit perfektem Rhythmus und immerzu auf den Punkt inszeniert. Es wird gelacht von Anfang bis Ende, und immer ohne schlechtes Gewissen. Martin Lindow ist der kleingeistige Universitäts-Intellektuelle in Cordhosen. Roberto Guerra der Musiker, der auch einen Kinnhaken formvollendet empfängt, Nadine Schori die anfangs zurückhaltende, dann aber mit zunehmendem Selbstbewußtsein gewappnete Gattin des Vincent. Der scheint anfangs nur ein einfacher Scherzkeks, stellt sich aber als destruktives Stinktier heraus. Peter Kremer gehen die Gemeinheiten fast schon zu locker von der Lippe. ... Aber ganz groß in Wut und Verletzung kommt am Ende Anika Mauer heraus. Wenn diese Hausfrau-Mutter Elisabeth dialektisch in die Rolle ihres Pantoffel-Paschas schlüpft und sich nach Jahren der Aufopferung und Demütigung in toller Überdrehung Luft macht. Das ist so verrückt wie komisch und gleichzeitig von erstaunlicher Menschenkenntnis."

Und Patrick Wildermann legt im Tagesspiegel nach: " ... Regisseur Uitdehaag gibt dem Affen Zucker ...  Ein großer Lacherfolg. ...  Das Stolpern der Bourgeoisie sieht man einfach zu gern."

Als dritte Eigenproduktion in dieser Spielzeit folgte unmittelbar kurz vor Weihnachten, am 12. Dezember 2012 die Uraufführung einer eigens für unser Theater von Torsten Fischer und Herbert Schäfer kreierten musikalischen Produktion mit dem Titel ICH WEISS NICHT, ZU WEM ICH GEHÖRE –EINE REVUE ÜBER DEN KLEINEN UNTERSCHIED. Unter der Regie von Regie Torsten Fischer, mit einer Ausstattung von Vasilis Triantafillopoulos und  den wunderbaren Darstellern Helen Schneider, Anika Mauer, Andreas Bieber, Roberto Guerra, Guntbert Warns sowie Harry Ermer als musikalischem Leiter und seiner kleinen Band (Volker Fry an Schlagzeug, Vibraphon, Querflöteund Melodica; Johannes Severin an Cellound  E-Baß).

Doch, worum geht es in ICH WEISS NICHT, ZU WEM ICH GEHÖRE? Frauen und Männer unterscheiden sich genetisch nur durch ein winziges Chromosom. Und natürlich sind wir uns heute alle einig, daß die Persönlichkeit die Menschen viel stärker unterscheidet als das Geschlecht. Aber trotzdem „lieben“ wir die Vorstellung, daß Frauen nicht einparken können und Männer immer alles herumliegen lassen. Bei der Erledigung der Hausarbeit wird die Sache komplizierter. Was wäre, wenn wir tauschen könnten? Aus Frau wird Mann, aus Mann wird Frau? Und dann kommt auch noch die Liebe mit ins Spiel …?

Songs u. a. von Friedrich Holländer bis  Georg Kreisler und Günther Neumann, Hits wie „Nimm Dich in acht vor blonden Frau’n“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „Das bißchen Haushalt“ beschreiben neben Texten von Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare und Frank Wedekind den so genannten „kleinen“ Unterschied, der oft größer nicht sein könnte. Und so ist es auf der Bühne im Renaissance-Theater Berlin ohne weiteres möglich, daß Mackie Messer Faust grüßt, der sich nicht vor blonden Frau’n in acht nimmt und dabei beim Striptease mit den Capri-Fischern eine Kleptomanin bewundert und ganz nebenbei noch Boeuff Stroganoff erfindet.

Auch hier äußerten sich die Kritiker überschwänglich bis begeistert: "Ein sicherer Silvesterhit, perfekte Unterhaltung, und als solche eine Kunst für sich," schreibt Patrick Wildermann im Tagesspiegel. Und Reinhard Wegierek jubelt in der Morgenpost: "Vier toll tönende Schauspielstars (Anika Mauer, Andreas Biber, Roberto Guerra, Guntbert Warns) und ein toll schauspielender Gesangsstar (Helen Schneider) liefern eine von Torsten Fischer so fantasievoll wie perfekt inszenierte Revue aus lauter Daseinsbildchen, die Leute wie Goethe, Shakespeare, Hollaender, Kreisler, Lindenberg oder Elvis punktgenau dem Leben abgelauscht haben. Alles Evergreens, Superhits. Alles Genialitäten der unterschiedlichsten Art aus Wort und Ton; kleine witzige, schmutzige bis hin zu todernsten, aberwitzigen, ganz großen. ... Ein derart perfekt großstädtisches und welthaltiges Entertainment als tolles Theater im Brettl-Format, das erlebten wir lange nicht. Wow! Überrumpelung. Faszination nebst Ulk ohne Reue. Zum Finale kocht der Saal. Stehende Ovationen. Nichts wie hin! Aber fix."

Bereits im Januar 2013, genauer gesagt, am 30. dieses Monats, folgte unsere nächste und damit vorletzte Premiere einer Eigenproduktion in dieser Spielzeit. Mit PHÄDRA von Jean Racine in der phantastischen Übertragung aus dem Französischen von Simon Werle wollten wir drei Jahre nach Shakespeares WAS IHR WOLLT im Sommer 2010, einmal mehr unserem Publikum einen Klassiker der Weltliteratur, diesmal gar eine Tragödie, anbieten: Als hochkarätige Ausnahme unserer Regel – Zeitgenössische Gegenwartsdramatik, International preisgekrönte Autoren, gespielt von prominenten Darstellern und  geführt von einer sich dem Werk verpflichtet fühlenden Regie- wie wir es als Motto für unser Theater formuliert haben. Zumal wir mit Corianna Kirchhoff (Phädra), Susanne Barth (Önone), Wolfgang Michael (Theseus), Jakob Diehl (Hippolythos), Robert Gallinowski (Theramenes), Meriam Abbas (Arikia) und Anika Mauer (Ismene) eine Besetzung präsentieren konnten, um die uns jedes Staatstheater beneidet. Leider legte der Regisseur 10 Tage vor der Premiere die Arbeit nieder. Auf Bitte des Hauses übernahm Torsten Fischer die Regie, stellte die Produktion auf vollständig „neue Füße“, überarbeitete das Bühnenbild und rettete dem Haus somit diese wichtige Produktion. Jessica Karge zeichnete für die Kostüme verantwortlich und war die einzige, die vom ersten Leitungsteam dem Projekt erhalten blieb.

Die verhängnisvolle tragweite der Geschichte von Phädra, der Königin von Athen, ist nicht nur in der griechischen Sagenwelt tief verankert: Theseus, der König Griechenlands, ist verschollen, er gilt als tot. Der Staat ist ohne Führung, der Thron verwaist. Wer hat Anspruch auf die Macht? Seine Frau Phädra und in Folge später ihr gemeinsamer noch minderjähriger Sohn? Oder Hippolytos, von Theseus innig geliebter erster Sohn aus einer früheren Ehe mit einer Amazone? Jetzt müßte der Machtkampf entbrennen, doch in Phädra brennt ein ganz anderes Feuer, viel größer, viel rasender, das sie vollkommen zu verzehren droht. Sie, die griechische Königin, die Stiefmutter, sie liebt den jungen Hippolytos als Mann. So lange hat sie diese Liebe schmerzvoll verdrängt. Als jedoch die Nachricht vom Tode des Königs sie erreicht, bricht ihre mühsam erworbene Selbstbeherrschung zusammen und sie bekennt dem jungen Mann ihre wahren Gefühle. Dieser aber ist entsetzt und weist sie irritiert zurück. Hippolytos, der nie zuvor geliebt hat, liebt eine andere Frau – verbotenerweise, denn diese Frau, Prinzessin Arikia, ist eine Staatsgefangene, eine Todfeindin seines Vaters. Ihr will er den Thron – historisch begründet, so behauptet er – überlassen.  Da kommt die überraschende Nachricht: Theseus lebt! Doch nicht Jubel empfängt ihn, sondern Erschrecken und Verstummen. Vieles ist im Palast in der Annahme seines Todes geschehen, was ihm verborgen werden soll. Was sich ihm zeigt, sind Intrige, falsche Verdächtigungen, es überkommt ihn unbändiger Zorn... das Unglück ist nicht mehr aufzuhalten ...

Irene Bazinger beschreibt in der F.A.Z die Produktion unter dem Titel "Der stolzeste Feind einer großen Frau ist sie selbst – Corinna Kirchhoffs Triumph den Theaterabend" wie folgt: "Eine hochkonzentrierte, kompromißlose Aufführung ... Angesichts der vielen läppischen Jux-und-Dollerei-Inszenierungen zumal auf den Berliner Bühnen besticht diese hochkonzentrierte Aufführung mit radikalem Formbewußtsein und künstlerischer Kompromißlosigkeit. Ob die Theaterstars Corinna Kirchhoff und Wolfgang Michael, ob Susanne Barth als Phädras Dienerin, Meriam Abbas als Arikia, Anika Mauer als deren Vertraute, Robert Gallinowski als Erzieher oder eben Jakob Diehl - hochgespannt machen sie alle zusammen die „Phädra“ zum Genuß. "

Die letzte und in dieser Spielzeit fünfte Eigenproduktion feierte am 10. März 2013 ihre Premiere in unserem Theater. Mit RICHTFEST spielten wir nach BLÜTENTRÄUME erneut ein Stück des Berliner Autors Lutz Hübner und seiner Frau Sarah Nemitz. Wie bereits bei BLÜTENTRÄUME übernahm Torsten Fischer die Regie. An seiner Seite standen verantwortlich für die Ausstattung Vasilis Triantafillopoulos und das elf Darsteller umfassende Ensemble: Peri Baumeister, Deborah Kaufmann, Kerstin Schweers, Gitta Schweighöfer, Kristin Suckow, Rasmus Borkowski, Markus Gertken, Philipp Alfons Heitmann, László I. Kish, Ralph Morgenstern, Dimosthenis Papadopoulos.

Wie wir es vom Team Hübner / Nemitz gewohnt sind, wird auch bei RICHTFEST wieder ein hochaktuelles Thema unserer Zeit angepackt. RICHTFEST erzählt von einer Baugemeinschaft, in der sich elf Menschen zusammenfinden, um gemeinsam ein Haus zu bauen. Daß die Beteiligten aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen kommen und ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Wohnen und vom Leben haben, macht die Sache nicht leichter. Daß sie sich untereinander zuvor bestenfalls flüchtig kannten ist dabei fast das kleinere Problem. Ja, wenn man zusammen ein Haus baut, lernt man sich kennen. Und wie...

Wohnst du noch oder lebst du schon?", fragt ein schwedisches Möbelhaus in seiner Werbung und suggeriert damit, daß Individualität und Unangepaßtheit von der Stange zu haben sind. Was beim Möbelkauf noch durchgehen mag, wird schwieriger, wenn es um das Haus geht, in dem die Möbel stehen sollen. Hier ist in Zeiten, in denen Eigenheimbesitz zur Lebenseinstellung gehört, Kreativität gefragt. Baugemeinschaften sind dabei der Trend für alle, die sich das Traumhaus aus eigener Kraft nicht leisten können. Aber auch für die Utopisten unter den "Häuslebauern", die Eigenständigkeit gerade in der Gemeinschaft suchen, ist sie eine Alternative zu herkömmlichen Lebensentwürfen.

Die Kritiker urteilen wiederum positiv. "Hübners grundbittere Komödie ist leichthin als Parabel zu lesen. Von den Zwistigkeiten dieser Häuslebauer zur polemisch zugespitzten Boulevard-Frage, warum Deutschland für Griechenlands Schulden zahlen soll, ist es gedanklich kein weiter Schritt. Aber „Richtfest“ funktioniert genauso gut als Geschichte aus dem Großstadtalltag. Die Baugruppen boomen, ob in Hamburg, Köln oder Berlin. Die Sehnsucht nach erschwinglichem Eigentum ist in Zeiten explodierender Immobilienpreise groß. Worüber gern mal ein paar grundsätzliche Erkenntnisse die Conditio humana betreffend verdrängt werden. Etwa: wenig ausgeprägte Kompromißbereitschaft. Bei gleichzeitig sprungbereitem Neid. ... Fischer inszeniert das vorzüglich recherchierte Stück mit entsprechend präzisem psychologischem Gespür und treibt er das tolle Ensemble Szene für Szene ins Totalzerwürfnis. Wobei man – große Kunst – bis zum Ende für jede Partei ein gewisses Verständnis aufbringt", beschreibt Patrick Wildermann für den Tagesspiegel unsere Arbeit.

"Hübners Ensemble-Stück ist eigentlich ein amüsantes Klischeespiel, das sich rasant genug, nämlich noch vor der Grundsteinlegung, von der anfänglichen süßen Harmonie gutwilliger aufgeschlossener Bauherren und -damen zu einer Orgie von Haß und Gewalt entfaltet. ... Wobei man die Wucht dieser Konflikte nicht unterschätzen sollte. Nach außen hin mag es um die Beschaffenheit einer Bodenfliese gehen, aber daran schließen sich existenzielle Fragen: Wie möchte ich leben? Was kann ich mir leisten? Wie sehen mich die anderen? Wer bin ich? Oder präziser: Was bin ich für ein Spießer geworden, daß ich mein Leben mit Bodenfliesengedanken verplempere?" Fragt sich Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung.

Auch auf eine Gastspielpremiere können wir in der abgelaufenen Spielzeit 2012 / 2013 zurückblicken: Bereits am 27. September 2012 feierte SONNY BOYS von Neil Simon in einer Produktion des St. Pauli Theaters Hamburg, unter der Regie von Ulrich Waller, mit Gerhard Garbers, Christian Redl, Anja Boche, Oliver Urbanski Premiere. 

Einmalig in dieser Spielzeit auf unserem Programm: VERWANDLUNGEN von Anne Sexton in einem Musikprojekt von Helen Schneider und Eva Hosemann am 21. März 2012. Mit großem Erfolg war auch das beliebte Lese-Duo Hans-Jürgen Schatz und Horst Pillau mit WIR LERNEN IHNEN DEUTSCH und NIE WIEDER WEIHNACHTEN wieder auf der Bühne vertreten. Auch der Entertainer Robert Kreis war mit seinem neuen Programm ACH, DU LIEBE ZEIT weiterhin auf dem Spielplan präsent.

NAch wie vor dem „Repertoire-Gedanken“ folgend setzen wir auch im Verlauf der Spielzeit 2012 / 2013 bereits im Spielplan etablierte Wiederaufnahmen in kürzeren, unter Umständen aber regelmäßigen, Serien an. So waren EWIG JUNG und HELLO I’M JOHNNY CASH sowie VON HINTEN DURCH DIE BRUST INS AUGE, BLÜTENTRÄUME und  DER LETZTE VORHANG auch auf unserem Programm wieder zu finden.

Aber nun zu unseren „kleineren“ Unternehmungen: Neben den Eigenproduktionen, Koproduktionen und Gastspielen wurden auch unsere literarischen Abende unter dem Titel LITERARISCHE STREIFZÜGE weiter gepflegt. So waren Gerald Hüther und Ulrich Hauser, Christine Neubauer, Horst Evers, Maria Schrader, Klaus Hoffmann, Désirée Nick, Sebastian Koch, Iris Berben. Cornelia Funke, Daniel Brühl, Christian Thielemann, Manfred Spitzer, Egon Bahr und Asfa-Wossen Asserate Gäste in unserem Theater. 14 Literarische Streifzüge in einer Spielzeit! Bislang ein Rekord.

Auch auf unserer kleinen Bühne im Bruckner-Foyer wurde die gesamte Spielzeit über mit schöner Regelmäßigkeit Theater gespielt. Dieser kleine Parallel-Spielplan ist mit seinem so vielschichtigen Angebot wird nach wie vor von den Liebhabern der kleinen literarischen Form bei Rotwein und Kerzenlicht ungemein geschätzt.  

Neben den „Klassikern“, dem Mascha Kaléko-Abend DU HÖRTEST MEIN GRAS WACHSEN sowie unserem Tschechow-Abend mit David Bennent und Maria Rumyantseva  (Klavier) unter dem Titel GESPRÄCH EINES BETRUNKENEN MIT EINEM NÜCHTERNEN TEUFEL, Denis Diderots RAMEAUS NEFFE in der Übersetzung von Johann Wolfgang Goethe, dem Briefwechsel zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire unter dem Titel DUELL IN SANSSOUCI (mit Peter Ensikat in seinem letzten Auftritt) und Hans Diehls wunderbaren Ringelnatz-Abend UND AUF EINMAL STEHT ES NEBEN DIR, feierten wir auch Premieren im herrlichen Ambiente des Bruckner-Foyers:

Am 18. November 2012 stand erstmals SCHUBERTS WINTERREISE – EIN LEBEN IN LIEDERN auf dem Programm. In LAMPENFIEBER UND ANDERE KATASTROPHEN erzählte Hans-Jürgen Schatz am 27. November 2012 über die Bretter, die die Welt bedeuten. Jürgen Thormann las unter dem Titel DAS MEER DAS MEER am 9. Februar 2013 Gedichte und Geschichten von der Seefahrt. Und anläßlich des 200. Todestages von Christoph Martin Wieland erinnerte Vicki Spindler am 17. Januar 2013 in ihrem Stück „UND MINDER IST OFT MEHR“ an den Goethefreund.

In der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit 2012/ 2013 war das Renaissance-Theater auch außerhalb Berlins wieder präsent. Neben DER LETZTE VORHANG und BLÜTENTRÄUME waren wir mit HELLO, I’M JOHNNY CASH und SOUVENIR unterwegs.

Unser Klassiker „KUNST“ von Yasmina Reza mit Udo Samel, Peter Simonischek und Gerd Wameling konnte in dieser Spielzeit aus dispositionellen Gründen das Berliner Publikum leider nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Dafür gastierten wir erfolgreich am Düsseldorfer Schauspielhaus.

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