Renaissance Theater Berlin
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Uraufführung,Gastspiel
SIEBEN SEKUNDEN EWIGKEIT

von Peter Turrini


In den 30er und 40er Jahren galt Hedy Lamarr als „die schönste Frau der Welt“. Allerdings kam die junge Wienerin mit dem Ruhm eines Skandals nach Hollywood: Man schrieb das Jahr 1933, da hatte in dem tschechischen Film „Extase“ eine junge Frau im See gebadet, ist hüllenlos auf die Wiese gelaufen und hatte sich plötzlich im Wald einem Mann gegenübergesehen. Mit dieser Szene als „erste Nackte der Filmgeschichte“, die exakt sieben Sekunden dauert, ist sie berühmt geworden.



Später flieht sie vor ihrem Mann, der ihr die Schauspielerei verbieten will, nach Hollywood. Aus Hedwig Maria Kiesler wird Hedy Lamarr, Hollywoods populärstes Cover-Girl, eine Art Marilyn Monroe der Weltkriegsjahre. Sie schneidet Victor Mature in „Samson und Delilah“ mit den Haaren die Manneskraft ab - und meldet nebenbei 1941 ein Patent an, ohne das es heute keine Handys gäbe. Dazu ist sie Trendsetterin, Modeikone, Dauerthema der Klatschspalten. Sie spielt in Kassenschlagern an der Seite von Spencer Tracy und Clark Gable, Charles Boyer und James Stewart. Die Zahl ihrer Liebhaber ist legendär.

So steil der Aufstieg, umso jäher ihr Fall. Ladendiebstahl, ein Softporno, jede Menge Prozesse, monströse Schönheits-OPs, jahrzehntelanges Dahindämmern als Privatperson wider Willen - Hedy Lamarrs zweite Lebenshälfte ist ein einziger Absturz, bis zu ihrem Tod im Januar 2000.


Trailer: Jan Frankl

Turrini versteht es, Dinge auf den Punkt zu bringen und auch so etwas wie Rührung zuzulassen, was er dieses Mal besonders der Sandra Cervik, der er das Stück gewidmet, also irgendwie auf den Leib geschrieben hat, zu verdanken hat. Ein gelungener Abend mit einer lachenden, höhnenden, flehenden, schmeichelnden, und, ja, auch bitteren Sandra Cervik. FAZ

Sandra Cervik bestreitet allein und furios die Uraufführung von "Sieben Sekunden Ewigkeit". Das Stück bietet ein schematisches Bild von Hollywood-Stars, gallige Satire, Zeitgeschichte und etwas ergreifende Poesie. Die Presse

Sandra Cervik vermag in diesem als Bekenntnisgespräch mit einem Polizisten gebauten Stück jene Verve zu entfachen, von der die Lamarr vermutlich beseelt war: Schalk, Glanz, Kraft, Tristesse. Der Standard.

Ein Gastspiel des Theaters in der Josefstadt, Wien.
Premiere im Theater in der Josefstadt, Wien, am 12. Januar 2017.
Premiere im Renaissance-Theater Berlin am 22. September 2017.

mit
Sandra Cervik
Regie Stephanie Mohr
Bühne Miriam Busch
Kostüme Alfred Mayerhofer
Musik Wolfgang Schlögl

Spieldauer ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause
c: Jan Frankl

c: Sepp Gallauer

c: Sepp Gallauer

c: Sepp Gallauer