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Literarische Streifzüge 44: BERNHARD SCHLINK

SOMMERLÜGEN

„Der Tag, an dem sie aufhörte, ihre Kinder zu lieben ...“ So beginnt die Geschichte einer Frau, die merkt, dass das, was ihrem Leben Sinn gegeben hat, nicht mehr trägt. Sie macht sich auf die Suche, trifft den Mann wieder, den sie als Studentin geliebt hat wie er sie. Hat sie damals die falsche Entscheidung getroffen? Ein Sohn will endlich wissen, wer sein Vater ist, und macht mit ihm eine Reise. Ein Mann, unheilbar krank, arrangiert einen Sommer mit den Seinen, um in den Tod zu gehen, wenn das Leben noch schön ist. Ein Passagier hört auf einem Flug die Lebensbeichte seines Sitznachbarn – oder sind es lauter Lügen? Warum versucht ein junger Mann und Vater seine erfolgreiche Frau vor der Welt zu verstecken? Was treibt einen Liebenden, seine Geliebte wieder und wieder zu belügen und in den Lügen sie und sich selbst zu verlieren? Und wie löst man die Stricke, mit denen einen das alte Leben hält, wenn späte Liebe ein neues Leben verspricht? Die Lügen, mit denen wir leben, behutsam aufzudecken ist der Kern dieser unbestechlich klaren, schwermütig schönen Erzählungen.

Lebensentwürfe, Liebeshoffnungen, Alterseinsichten – was ist Illusion, und was stimmt? Was bleibt, wenn eine Illusion zerplatzt? Die Flucht in eine andere? Weil das Leben ohne Lebenslügen nicht zu bewältigen ist? Sieben irritierend-bewegende Geschichten von Bernhard Schlink.

Bernhard Schlink, geboren 1944 in Bielefeld, wuchs in Heidelberg auf. Er studierte dort und in Berlin Jura, und arbeitete anschließ-end als wissenschaftlicher Assistent. Seine erste Professur führte ihn nach Bonn, dann nach Frankfurt. 1988 war Schlink als Richter des VerfGH für das Land NRW tätig. 1989 kam er nach Berlin, wo er heute Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilo-sophie an der Humboldt-Universität ist. Außerdem ist er Richter am LVerfGH in Münster. Nach Fachbuchveröffentlich-ungen folgten die ersten Romane. 1989 erhielt Schlink den Glauser Autorenpreis für deutschsprachige Kriminal-literatur ("Die gordische Schleife"), 1992 den Deutschen Krimi-Preis ("Selbs Betrug"), 1997 den Hans-Fallada-Preis der Stadt Münster, Italiens Grinzane Cavour und den Prix Laure Bataillon ("Der Vorleser"). 1999 erhielt er erstmals den Welt-Literaturpreis, im Februar 2000 die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Sommerlügen erscheint im August 2010 im Diogenes Verlag, Zürich, und wird im Rahmen der Literarischen Streifzüge am Renaissance-Theater vom Autor erstmalig vorgestellt.

Moderiert von Tilman Krause (Literarische WELT)


Eine gemeinsame Veranstaltung von Lehmanns Fachbuchhandlung, mit dem Diogenes Verlag und dem Renaissance-Theater Berlin.

 



Karten 16 € / ermäßigt 12 €



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