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Literarische Streifzüge 2

David Bennent liest Heiner Müller: BILDBESCHREIBUNG Heinz Bennent liest Friedrich Hölderlin: HYPERION

Heinz und David Bennent zogen das Publikum des Renaissance-Theaters an drei Tagen im Januar in ihren Bann. Nun sind sie noch einmal mit den LITERARISCHEN STREIFZÜGEN II bei uns zu Gast.

Beide sind sie berühmte Schauspieler. Beide gehen sie ihren Weg, jeder seinen eigenen - im Theater, beim Film. Doch hin und wieder kommen Vater und Sohn zusammen, um an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

Eines war Becketts Endspiel. Die Inszenierung von Joel Jouanneau mit Heinz Bennent als Hamm und David Bennent als Clov wurde ein großer Erfolg: 1995/96 am Théatre Vidy-Lausanne erarbeitet, gastierte die Produktion danach in vielen Städten, in Berlin am Hebbel-Theater. Ein neues Projekt ist dieser Abend mit Texten von Friedrich Hölderlin und Heiner Müller.

Hölderlin und Müller - zwei deutsche Dichter, die zweihundert Jahre trennen, in denen die Utopien verloren gingen, und die doch Brüder im Geiste sind: die Wucht der Wort-Bilder, die Unbedingtheit, ja Radikalität des Blickes auf „letzte Fragen“, die verzweifelte Hellsichtigkeit verleihen ihrer Dichtung eine schmerzende Schönheit.

Heinz Bennent lebt seit langem mit „seinem“ Hölderlin. Jeden Tag spricht er ihn, um zur Sprache zu kommen. Hyperions Briefe aus Griechenland, von Bennent vorgetragen - die Einsichten in die Dissonanzen der Welt, die Sehnsucht nach einer Vereinigung mit der Natur, die radikale Abrechnung mit Deutschland -, offenbaren eine erschreckende Aktualität.
Auch Müllers Text nährt sich von mythischen Bildern der griechischen Antike, die er übermalt mit seinen sprachgewaltigen Visionen von Geschlechterkampf und Zerstörung. David Bennent gibt den Fieberphantasien Atem, Struktur, Faszination.

Die Interpretationen der Bennents, ihre Ausdruckskraft und sprachliche Brillanz machen diese anspruchsvollen Werke lebendig und erfahrbar. Dabei stehen die Bennents schlicht auf der Bühne und tragen, jeder für sich, ihren Text vor. Das Geheimnis der Wirkung ist so einfach wie unmodern: Da stehen zwei ein für das, was sie sagen und zu sagen haben.

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