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Literarische Streifzüge 4

Ingrid Noll: SELIGE WITWEN

Deutschlands „erfolgreichste“ (Der Spiegel) Krimi-Autorin präsentiert ihren achten Streich: Maja und Cora, die beiden skrupellosen Freundinnen, die bereits in ihrem Bestseller „Die Häupter meiner Lieben“ als mörderisches Duo auftraten, schlagen wieder zu. Die einen sterben, die anderen erben ... Doch diesmal ziehen sie nicht nur erneut gegen die Männerwelt zu Felde, als sie zwei Frauen kennenlernen, die von ihren Ehemännern bedroht und verfolgt werden. Beim Kampf ums Lebensglück kommen auch zwischen ihnen Rivalitäten auf. Ingrid Noll hält Frauen eben nicht grundsätzlich für bessere Menschen als Männer.

Daß Ingrid Noll 1935 in Shanghai geboren wurde, in Nanking aufwuchs und erst mit knapp vierzehn Jahren nach Deutschland kam, ist, wie sie sagt, "aber auch das einzig Exotische an mir. Die Heirat rettete mich vor dem Examen und dem Lehrerinnenberuf, drei Kinder in dreieinhalb Jahren dienten fortan als Ausrede für ein Leben hinter dem Kochtopf." Erst mit 55 Jahren begann sie zu schreiben. Als ihr erstes Buch, „Der Hahn ist tot“, 1991 erschien, war das der Anfang einer der ungewöhnlichsten Schriftsteller Karrieren: Es wurde auf Anhieb ein Erfolg. Seither landet sie einen Krimi-Bestseller nach dem anderen. Vier wurden bisher verfilmt, darunter „Die Apothekerin“ mit Katja Riemann, August Zirner und Jürgen Vogel und „Kalt ist der Abendhauch“ mit Fritzi Haberlandt, Gisela Trowe, August Diehl und Heinz Bennent.
Was die unprätentiösen Geschichten der Noll auszeichnet, ist ihr ironisches Flair, der trockene Witz, die frivolen Boshaftigkeiten. Es gebe immer wieder Leser, die ihre Romane in den falschen Hals bekämen und wahnsinnig unmoralisch fänden. Dazu muß man allerdings ziemlich humorlos sein.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Renaissance-Theaters und der Buchhandlung Kiepert

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