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Literarische Streifzüge 10

Monika Maron: ENDMORÄNEN

Seit zwanzig Jahren verbringt Johanna den Sommer in Basekow, einem Dorf in Mecklenburg. In diesem Jahr ist sie auch im Herbst noch hier. Sie kommt mit dem Schreiben an einer Biografie über Wilhelmine Enke, die Mätresse von Friedrich Wilhelm II. nicht voran.
In der DDR machte die Möglichkeit und Notwendigkeit, Botschaften zwischen den Zeilen zu verstecken, den Reiz des Schreibens aus. Aber jetzt? Johanna fragt sich: Warum überhaupt noch schreiben?
Sie spricht mit Frauen aus dem Dorf, nimmt den Briefwechsel mit einem alten Freund aus München wieder auf. Sie fragt: Was wäre gewesen, wenn ich bestimmte Entscheidungen in meinem Leben anders getroffen hätte? Wie lerne ich zu akzeptieren, dass meine erwachsene Tochter ihr eigenes Leben führt? Wie komme ich mit dem Altwerden zurecht? Wie lebe ich weiter in einer Ehe, die sich totgelaufen hat? Was fange ich mit dem Rest meines Leben an?
Monika Maron gelingt es auf faszinierende Weise, im Leser Lebensgefühl und Stimmung in der DDR aufleben zu lassen. Gleichzeitig schlägt sie eine Brücke zum heutigen Leben im wieder vereinigten Deutschland - zu Menschen, die einen Großteil ihres Lebens entweder in Ost- oder in Westdeutschland verbracht haben; zu Menschen mit unterschiedlichen Vergangenheiten.

Monika Maron, 1941 in Berlin geboren, nach dem Abitur ein Jahr Fräserin in einem Industriebetrieb, dann Regieassistentin beim DDR-Fernsehen und Studium der Theaterwissenschaft/Kunstgeschichte; sechs Jahre Reporterin bei der Frauenzeitschrift "Für DichQ, dann bei der Wochenpost; seit 1976 freie Schriftstellerin; debütierte 1981 mit dem Roman Flugasche. 1988 verließ sie die DDR. Zuletzt veröffentlichte sie die Romane Pawels Briefe und Animal triste.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem S. Fischer Verlag

GÄSTEBUCH
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