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Literarische Streifzüge 14

Ben Becker liest Alfred Döblin: BERLIN ALEXANDERPLATZ

Mit Bravour spielte Ben Becker den Franz Biberkopf in Döblins Meisterwerk BERLIN  ALEXANDERPLATZ am Maxim Gorki Theater und erhielt dafür den Publikumspreis "Goldener Vorhang". Für den Patmos Verlag schlüpfte Ben Becker noch einmal in diese Rolle. Entstanden ist ein außergewöhnliches Hörbuch, das er nun im Renaissance-Theater präsentieren wird.

Franz Biberkopf möchte groß sein und scheitert an den kleinen Verhältnissen, möchte ein anständiges Leben führen und landet im Gefängnis, ist ein Kerl, der zum Tier werden kann, und doch ungemein verletzlich, möchte lieben und wird des Mordes an der Geliebten bezichtigt. Die Chronik eines Untergangs...

Ben Becker gab sein Filmdebüt 1983 in dem Spielfilm EINE LIEBE IN DEUTSCHLAND an der Seite von Otto Sander. Für seine schauspielerische Leistung in dem Fernsehfilm LANDSCHAFT MIT DORNEN (1991; Regie: Bernd Böhlich) wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet. Denselben Preis in Gold erhielt er 1994 für seine Darstellung des Jobst Dettmann in dem Krimi POLIZEIRUF 110. DAS TOTE GLEIS. 1998 folgte die Goldene Kamera für die Rolle des Robert Biberti in COMEDIAN HARMONISTS (Regie: Joseph Vilsmaier).

"Wechselt die Stimme zum inneren Monolog, zum O-Ton Biberkopf, legt Becker ein eindrucksvolles Pochen hinein wie ein nur unterschwellig hörbares Metronom, das das Gehetzte des angeblichen Kraftprotzes betont: die zweifelnde, kleinlaute Version des großen starken Mannes. Sein bemühen um eine Balance zwischen ehrbarem und kriminellem Leben, Liebesglück und Zuhälterei, Freundschaft und Komplizenschaft, ist in dieser Version bis zuletzt unentschieden: Beckers gesprochener Biberkopf ist von atemberaubender Komplexität.Wenn es aber darum geht, die Handlungsabläufe zu schildern, kann Becker wieder in einen kalten Ansageton wechseln...
Am verblüffendsten aber sind die Frauenrollen. Wie Becker es schafft, Junge von Alten, Verheiratete von Prostituierten, kichernde Mädchen von ängstlichen Omas zu unterscheiden und dennoch immer den Ton treffend zu sprechen, gehört zu den großen Überraschungen dieses Hörbuchs. Das Zögernde, Ängstliche, Reflektierende seiner nur um eine Winzigkeit höhergelegten, rauhen Stimme vermittelt immer auch die permanente existenzielle Gefahr, in der sich die Döblinschen Frauenfiguren befinden, verweist auf die Brüchigkeit ihrer Existenzen, ohne deren Entschlossenheit und Selbstbehauptungswillen zu negieren..."
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Eine gemeinsame Veranstaltung des Renaissance-Theaters und der Buchhandlung U&R Kiepert

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