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Deutschsprachige Erstaufführung,Gastspiel
DEMOKRATIE -Gastspiel des RT-

von Michael Frayn

Deutsch von Michael Raab

Gastspieldaten:
(Spielzeit 2005/06)
23.-25.9.2005 im Erholungshaus, Leverkusen
4.-22.10.2005 am St.-Pauli-Theater, Hamburg

Das Stück erzählt von der Kanzlerschaft Willy Brandts, von dem Kampf um die Ostpolitik während des Kalten Krieges und von der Geheimdienstaffäre, die zum Rücktritt des Kanzlers am 6. Mai 1974 führte. Seine Hauptpersonen sind Brandt selbst und sein heimlicher Gegenspieler Günter Guillaume. Aber darüber hinaus geht es, wie der Titel des Dramas verspricht, um die Grundprobleme der Demokratie, die Machtspiele, Widersprüche und Intrigen im inneren Kreis der regierenden Parteien. Dementsprechend treten Personen wie Herbert Wehner, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher und Horst Ehmke auf, daneben Geheimdienstleute aus West und Ost. So entsteht ein äußerst spannendes Bild von den politischen Auseinandersetzungen in der Zeit zwischen 1969 und 1974.Für den Autor Michael Frayn war die Arbeit an „Demokratie“ eine Herzensangelegenheit. Im Postscriptum zu seinem Stück schreibt er: „1972 war das erfolgreichste Jahr von Willy Brandts kurzer, aber bemerkenswerter Karriere als deutscher Kanzler. Zufällig war es auch das Jahr, in dem ich Deutschland meinen ersten ernstzunehmenden Besuch abstattete und fasziniert war – vor allem von seiner Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht ist das der Grund, warum mich die komplexe und schmerzliche Geschichte von Brandts Sturz, zwei Jahre später, in ihren Bann gezogen und nie wieder ganz losgelassen hat. Für mich wurde die Unterschiedlichkeit der beiden parallel existierenden deutschen Staaten in der Geschichte von Willy Brandt und Günter Guillaume schmerzlich personifiziert.Wie auch in „Kopenhagen“ stellt sich in „Demokratie“ die Frage, was ist Tatsache und was ist Fiktion. Alle politischen Vorgänge, die ich beschreibe, sind Tatsachen: die Reisen nach Erfurt und Warschau, die schrumpfende Mehrheit und die Vertrauensfrage, der Triumph bei der Wahl 1972 und die sich zusammenbrauenden Schwierigkeiten danach. Fiktional wird das Stück immer dann, wenn undokumentierte Gespräche wiedergegeben werden. Aber auch da wahre ich so weit wie möglich den biographisch überlieferten Charakter der Figuren. Es geht mir nicht um Dokumentartheater, sondern um das Verhältnis zwischen Realität und Wahrnehmung, um die Disparität zwischen Gesagtem und Intendiertem und um die Grenzen der Sprache als Mittel der Wirklichkeitsdarstellung.“

mit
Peter Striebeck, Tilo Nest, Boris Aljinović, László I. Kish, Thomas Hodina, Günter Barton, Michael Hanemann, Ulrich Kuhlmann, Wolfgang Häntsch, Matthias Günther
Regie Felix Prader
Bühne Werner Hutterli
Kostüme Gerhard Gollnhofer

Spieldauer ca. 2 Stunden 40 Minuten inkl. Pause

GÄSTEBUCH
© Iko Freese/ drama-berlin.de

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