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EIN STÜCK VOM HIMMEL - Ein Liederabend von Dietmar Loeffler und Ulrich Waller

Gastspiel am Renaissance-Theater

Poetisch, bewegend und übermütig ist dieser Abend über die verjagten und vertriebenen jüdischen Komponisten des Berlins der 20er und frühen 30er Jahre, die in der deutschsprachigen Unterhaltungskultur nicht mehr erreichte Maßstäbe gesetzt haben.

EIN STÜCK VOM HIMMEL erzählt von der vielleicht folgenschwersten Zäsur für die deutsche Unterhaltungskultur im letzten Jahrhundert. Wenige Wochen nach der Machtergreifung  wurde unter dem Druck von Joseph Goebbels nicht nur die UFA „arisiert“, sondern auch das Unterhaltungstheater. Deutschland verlor mit Heymann („Das gibt’s nur einmal...“/ “Das ist die Liebe der Matrosen“), Spoliansky („Es liegt in der Luft“/ “Heute nacht oder nie“), Hollaender („Ich bin von Kopf bis Fuß“/ “Wenn ich mir was wünschen dürfte“), Nelson („Ich will Sie küssen, wenn Sie es verlangen“/ “Peter, Peter“) und Jurmann („Veronika, der Lenz ist da“/ “Du bist nicht die erste“) die kreativsten Musiker, Schlagerkomponisten und Liedschreiber. Die genialsten und originellsten Texter des Landes, wie Tucholsky, Gilbert, Rotter, Schiffer, gingen mit ihnen oder verschwanden – wie Rosen oder Löhner Beda – im KZ. Nach ihrer Emigration verlief der Weg der Komponisten sehr unterschiedlich: Heymann und Hollaender flohen über Frankreich in die USA, Jurmann ging direkt nach Hollywood, Spoliansky nach England und Nelson nach Holland, wo er in einem Versteck überlebte. Bis auf Jurmann und Spoliansky sind die Musiker und Texter in ihrer neuen Heimat nicht wirklich heimisch geworden. Und bei ihrer Rückkehr nach Deutschland trafen sie auf ein kulturell völlig verwüstetes Land. Denn auch auf dem Gebiet der U-Kultur hatten die Nazis verbrannte Erde hinterlassen und so langfristig der Volksmusik und den amerikanischen Musicals den Weg geebnet.

EIN STÜCK VOM HIMMEL will die Umstände dieses einzigartigen Zerstörungsprozesses und seine Folgen für die Beteiligten beleuchten und daran erinnern, was verloren ging vom reichen, intelligenten, verrückten jüdischen Berlin der 20er und frühen 30er Jahre, seinem Charme und seinem Feuer.



mit
Imogen Kogge, Max Hopp, Katja Riemann, Burkhart Klaußner, Nadine Schori, Anika Mauer
Regie Ulrich Waller
Bühne Claudia Rohner
Kostüme Ilse Welter
Musik Dietmar Loeffler

Spieldauer ca. 1 Stunde 30 Minuten. Keine Pause.

GÄSTEBUCH
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