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Deutschsprachige Erstaufführung,Koproduktion
FREUNDE ZUM ESSEN

von Donald Margulies

Deutsch von Helmar Harald Fischer

Von Liebe, Freundschaft, Haute Cuisine handelt diese lebenskluge Komödie.
Ihren Erfolg verdankt sie der humorvoll genauen Beobachtung von Paaren in den mittleren Jahren und deren Umgang mit der Frage aller Fragen: zusammenbleiben oder auseinandergehen?

Karen und Gabe, gerade von einer Italienreise zurück, haben was Schönes gekocht und ihre Freunde Beth und Tom eingeladen. Leider ist Tom verhindert, aber das hält die Gastgeber nicht ab, von ihrer Reise zu schwärmen, vor allem von der italienischen Küche... diese Aromen, diese Farben, diese Tomaten! Plötzlich, zwischen Hauptgang und Dessert - Beth in Tränen: „Tom verläßt mich.“ Zwölf Jahre, zwei Kinder. Und nun...
Diese zwölf Jahre haben auch die vier Freunde miteinander verbracht, haben gemeinsam ihre Kinder großgezogen, gemeinsam gekocht, gemeinsam die Ferien verbracht, geplaudert und gelacht... Und nun wird das alles in Frage gestellt? Nun wirft einer von ihnen, der sich doch scheinbar all die Jahre dabei wohl gefühlt hat, alles über den Haufen? Erklärt, das sei nichts als pure Selbstverleugnung und Resignation gewesen; er habe halt getan, was man von ihm erwartet, und erst jetzt wisse er endlich, was leben heißt.
Ist es denn schlecht, sich daran zu freuen, was man erreicht und aufgebaut hat? Muß man alles von Grund auf umkrempeln, um sich wieder lebendig zu fühlen? Nur weil da die Angst vor dem Altwerden ist... Und welchen Preis hat diese (Sehn-)Sucht nach dem Neuen, Unbekannten, dem Nochmal-von-vorn-Anfangen?
Wie aus heiterem Himmel sind auch die Gemeinsamkeiten unter Freunden, auf die man sich verlassen konnte, das selbstverständliche Vertrautsein brüchig geworden. Hält eine Freundschaft das aus?
Immerhin müßte man doch miteinander reden können. Ob es wirklich ein „Kernpunkt der Zivilisation ist, den Impuls zu bekämpfen, einfach alles hinzuschmeißen“. Oder ob dieser Kernpunkt nicht im Gegenteil bedeutet, sein Leben ändern zu können.
Doch analysieren, diskutieren, philosophieren ist das eine. Und Sex ist das andere. Sex in langjährigen Beziehungen. An diesem Punkt wird’s bitter. Oder süß. Oder bitter-süß.

Donald Margulies Stück wurde in der Sparte Drama 2000 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Uraufgeführt wurde es 1998 beim Humana Festival of New American Plays in Louisville und eröffnete 1999 die Off-Broadway-Saison: Der Erfolg dieser Aufführung am Variety Arts Theatre war so groß, daß das Stück fast zwei Jahre lang en suite lief und nun wieder aufgenommen werden soll. Auch in Paris begeisterte das Stück an der Comédie des Champs-Elysées eine Saison lang das Publikum. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Aufführungen in den USA, Kanada und Europa. In London steht es seit Juni vergangenen Jahres auf dem Spielplan des Hampstead Theaters. Ebenfalls 2001 wurde Freunde zum Essen mit Andie MacDowell, Dennis Quaid, Greg Kinnear und Toni Collette in der Regie von Norman Jewison verfilmt.




mit
Winfried Glatzeder, Sona MacDonald, Gerd Wameling, Maria Hartmann
Regie Dietmar Pflegerl
Bühne Werner Hutterli
Kostüme Gerhard Gollnhofer
Musik Peter Kaizar
Choreographie Freddie Rutz
Koproduktion Stadttheater Klagenfurt in Zusammenarbeit mit dem Renaissance-Theater Berlin.

Spieldauer ca. 2 Stunden 15 Minuten inkl. Pause

GÄSTEBUCH
© Iko Freese/ drama-berlin.de

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