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DAS LETZTE BAND

von Samuel Beckett

Deutsch von Erika und Elmar Tophoven

Die Spule. Das Zauberwort. Die Spule auf dem Tonbandgerät. Mit demsichder alte Krapp Aufzeichnungen anhört, die er vor lan­ger Zeitgesprochen hat. Erinnerungen, Erlebnisse, Begegnun­gen läßt er Revue passieren.

Auch Krapp wartet. ImDialog mit der vergangenen Jugend,vielleicht auf der Suche nach der verlorenen Identität erwartet er Erkenntnis. Und Leben. Impulse für sein fast erstorbenes

Dasein. Wieder und wieder wendet er die Worte, Bilder steigen auf. Augenblicke des Glücksund zugleich der Bitternis, denn nichts ist mehr so, wie es mal war. Leben ist nicht zurückzugewinnen. Trotzdem ist Krapp kein Trauerfall, sein Kampf mit dem Bandgerät keine Tra­gödie. Der Ton ist fast zärtlich, das Schwarz-Weiß der Bilder mild.

Beckett selbst steckt in diesem an sich selbst zweifelnden Krapp. „Ich habe bei diesem kleinen Text Gacker-, Augapfel-, Einbein- und Barfüßergefühle wie eine alte Henne mit ihrem letzten Küken“, notierte er. Wieselbstironisch er mit sich und seiner Arbeit umging, wird aus einer anderen Notiz deutlich: „Hübsch traurig und sentimental, wird es wie ein kleines Artischockenherz wirken. Die Leute werden sagen: Meine Güte, da zirkuliert ja doch Blut in den Adern dieses Mannes, man hätte es nicht für möglich gehalten; offenbar wird er alt.“ 52 war Beckett da.

Viele große alte Schauspieler haben seitdem diesen Text lebendig werden lassen. Jetzt ist Otto Sander dran, endlich.Verdrießlicher alter Mann mit rasselnder, ruinierter Stimme und eigentümlichem Tonfall, so Beckett.

Karten 24 € / 20 € / 17 € / 14 €

mit
Otto Sander
Regie Klaus Metzger
Bühne Momme Röhrbein
Kostüme Momme Röhrbein
Koproduktion St. Pauli Theater, Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Renaissance-Theater Berlin.

Spieldauer ca. 60 Minuten. Keine Pause

Kritik Bislang veröffentlichten wir an dieser Stelle Kritiken über die Aufführung. Leider wird dieser Service von Seiten der Zeitungsverlage nicht mehr stillschweigend geduldet. Daher können wir Ihnen erst nach eindeutiger Klärung, in welcher Weise die Vergütung bei der Wiedergabe von Rezensionen zu erfolgen hat, diese Information wieder anbieten.

GÄSTEBUCH
© Birgit Hupfeld

© Birgit Hupfeld

© Birgit Hupfeld

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