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DER GROSSE KRIEG

Drei Einakter

von Neil LaBute

Deutsch von Lothar Kittstein / Jennifer Whigham

In den drei Minidramen "Der große Krieg", "Die Furien" und "Was Ernstes" erforscht Neil LaBute das Schlachtfeld der Liebe und er ist ein Meister darin, die Abgründe der sozialen Kleinzelle mit großer Leichtigkeit zu biblischer Wucht zu verdichten. Doch unter der Oberfläche seiner Texte lauern nicht nur Hinweise auf die Theatergeschichte, sondern auch bösartige Seitenhiebe auf die Heuchelei in unserer Gesellschaft.

Ehen können im Gemetzel enden. Zum Beispiel im Wohnzimmer von Mann und Frau, die in "Der große Krieg" die Formalitäten ihrer Scheidung ausfechten. Hier läßt ein Paar, das sich trennen will, alle Rücksicht fahren. Dies steht in der Tradition von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ und LaBute macht mit Anklängen an „Medea“ gnadenlos deutlich, wer unter der Trennung leiden wird: die Kinder. In "Die Furien" hat Paula sich mit ihrem Freund Jimmy zu einer Aussprache verabredet – doch er kommt nicht allein und bringt seine Schwester Jamie mit. Sie ist die Souffleuse ihres Bruders und er ihr Medium, durch das sie, die Züge der Medusa trägt, die verhaßte Paula attackiert. "Was Ernstes" erzählt die Geschichte einer Frau, die auf einen Mann wartet. Aber der Traummann, den sie ersehnt, wird wohl nicht mehr erscheinen. Wie eine der traurigen Frauenfiguren von Dorothy Parker ist sie auf die Tröstungen durch Einbildung angewiesen. Die Wahrheit tut weh, leichter lebt es sich in der Lüge.

Seit seinem Deutschlanddebüt als Theaterautor, 2001 mit "Bash", gehört LaBute zu den meistgespielten US-Dramatikern in Europa. 

mit
Katherina Lange, Josefin Platt, Guntbert Warns
Regie Torsten Fischer
Bühne Vasilis Triantafillopoulos

GÄSTEBUCH
© Barbara Braun/ drama-berlin.de

© Barbara Braun/ drama-berlin.de

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